Oberadener resozialisiert die Vierbeiner und sucht für sie ein neues Heim
Oberaden. Tierschutz ist für viele eine lobenswerte Sache, doch die wenigsten engagieren sich aktiv dafür. Anders Klaus Amsberg. Für den Bergkamener ist Tierschutz nicht nur ein Wort, sondern eine Lebensaufgabe geworden.
Dass sie ihn lieben, das sieht man und Klaus Amsberg hat ebenfalls sein Herz an die Hunde verloren.
Sieben Hunde wohnen mit ihm zusammen auf seinem großen Grundstück. Die Schäferhunde Julietta, Balou und Rocky sowie der Bernersennen-Collie-Mix Bobo sind seine eigenen treuen Begleiter. Doch zusätzlich kümmert er sich noch um drei Pflegehunde: Gina, Rocky II und Saskia. In Zusammenarbeit mit dem Ennepetaler Tierschutzverein Animal Shelter (Animal Shelter = englisch für Tierschutz) schult er die Tiere, damit sie anschließend in gute Hände abgegeben werden können. Meistens muss er gravierende Erziehungsfehler der Vorbesitzer mühsam und mit viel Geduld wieder ausmerzen. Alles begann vor zweieinhalb Jahren, als Klaus Amsberg sein Grundstück kaufte, damit seine beiden eigenen Hunde Platz genug zum Toben und Wohlfühlen haben. Doch für zwei Hunde alleine kam ihm der Garten fast zu groß vor. “So kam ich auf die Idee, für den Tierschutz was zu machen”, erinnert er sich noch gut, wie er an seinen ersten Pflegehund kam. Doch das Herz des Tierfreundes war mindestens so groß wie sein Grundstück und so beschloss er, im hinteren Teil eine Zwingeranlage zu errichten, in der er schwer erziehbare Hunde langsam wieder an die Gesellschaft gewöhnen konnte. “Das Resozialisieren von Hunden macht mir einen Riesenspaß”, erklärte er. 28 Quadratmeter groß sind die Boxen und damit 18 Quadratmeter über der gesetzlich vorgeschriebenen Größe für die Haltung von Großhunden. Doch trotz der geräumigen Boxen soll das Zwingerleben für die Hunde die Ausnahme bleiben. “Wir halten die Tiere in Gruppen im Haus”, so Klaus Amsberg.
Im Zwinger wohnt seit drei Monaten der Schäferhund Rocky. Der zweijährige Rüde hat in seinem kurzen Leben eine Menge menschlicher Grausamkeiten über sich ergehen lassen müssen. Ein Polizist meinte den damaligen Welpen nur mit Prügel erziehen zu können. Schließlich landete Rocky als Wachhund auf einem Bauhof und fristete ein trauriges, ödes Dasein in einem Zwinger. Als eines Tages die Zwingertür nicht richtig verschlossen war, riss der frustrierte Hund aus und biss einen vorbeifahrenden Fahrradfahrer. Animal Shelter und Klaus Amsberg waren die letzte Rettung für Rocky. Nur knapp entkam er der Todesspritze. Nun kümmert sich Amsberg darum, aus dem ehemaligen “hoffnungslosen Fall” einen soliden Kameraden zu formen. Doch der Weg ist noch weit: “Es dauert noch ein Jahr, bis ich ihn so weit habe, dass er vermittelt werden kann”, spekuliert er. Bis dahin freut er sich über die kleinen Erfolge, die Rocky macht. “Mittlerweile kann ich ihn streicheln.”
So wie Rocky haben auch Klaus Amsbergs anderen Pflegehund ihre eigenen Hundeschicksale. Die fünfjährige Schäferhündin Gina wurde Opfer von falscher Tierliebe. Ein 90-jähriger Rentner überfütterte das hübsche Tier so sehr, dass sie kaum noch gehen konnte. “Sicher hat er es nicht böse gemeint”, so Amsberg, “aber das war wirklich lebens- gefährlich für das Tier.” Sieben Kilo hat Gina mittlerweile abgespeckt und auch ans regelmäßige Spazieren gehen hat sie sich inzwischen gewöhnt. Auch Mischlingsdame Saskia war dem Tod geweiht. Die zweijährige Hündin aus dem Urlaubs paradies Mallorca sollte sterben, weil streunende Tiere den Behörden ein Dorn im Auge sind. Nun tobt sie zusammen mit den anderen ausgelassen im Garten. Für Saskia beginnt bald ein neues Leben bei einer neuen, tierlieben Familie, denn sie wurde schon vermittelt. Doch auch die zukünftigen Besitzer stehen nicht ohne Hilfe da. “Wir bringen die Hunde zu den Menschen, schauen uns alles genauestens an bevor wir vermitteln und besuchen die Tiere auch später um zu sehen, wie sich alles entwickelt”, erklärt der Tierschützer.
Wer einem Wesen von Animal Shelter ein neues Zuhause bieten möchte, kann sich auf der Internetseite www. animal-shelter. de darüber genau informieren. Außerdem nimmt der gemeinnützige Verein auch gerne Spenden entgegen. Nicht nur in Geldform, wie Klaus Amsberg bestätigt: “Wir brauchen immer alte Decken, Hundeleinen, Spielzeug wie Bälle und so weiter, darüber freuen wir uns und vor allem natürlich die Hunde.”
Gemeinsam toben, das machte den Schäferhunden von Klaus Amsberg Spaß. Foto: Milk